Iran verhängt Todesurteile gegen vier während Protesten Inhaftierte
Hengaw – Dienstag, 14. April 2026
Die iranische Justiz hat vier Personen, die während der Proteste im Januar 2026 festgenommen wurden, zum Tode verurteilt und gegen weitere Angeklagte im selben Verfahren Haftstrafen verhängt.
Nach Informationen der Hengaw-Organisation für Menschenrechte hat die 26. Kammer des Revolutionsgerichts in Teheran unter dem Vorsitz von Richter Iman Afshari die Urteile gegen fünf Angeklagte ausgesprochen.
Mohammadreza Majidi Asl, Bita Hemmati, Behrouz Zamani Nejad und Kourosh Zamani Nejad wurden wegen „operativer Zusammenarbeit mit dem feindlichen Staat USA und anderen Gruppen“ zum Tode verurteilt.
Zusätzlich zu den Todesurteilen wurden die vier jeweils zu fünf Jahren Haft wegen „Versammlung und Verschwörung gegen die nationale Sicherheit“ verurteilt und zur Einziehung ihres gesamten Vermögens verpflichtet.
Ein fünfter Angeklagter, Amir Hemmati, wurde zu fünf Jahren Haft wegen „Versammlung und Verschwörung“ sowie zu weiteren acht Monaten wegen „Propaganda gegen den Staat“ verurteilt.
Majidi Asl und Bita Hemmati sind ein Ehepaar aus Teheran, während Amir Hemmati ein Verwandter ist. Behrouz und Kourosh Zamani Nejad, die ebenfalls verwandt sind, wurden gleichzeitig in einem Wohngebäude festgenommen.
Das Gericht führte als Beweise unter anderem die Teilnahme an Protesten am 8. und 9. Januar, das Rufen von Parolen, die Zerstörung öffentlichen Eigentums sowie nicht verifizierte Vorwürfe wie das Werfen von Brandmaterialien und den Einsatz unbekannter Waffen an.
Im Urteil wurden keine klaren oder individuellen Beweise für die jeweilige Rolle der Angeklagten vorgelegt.
Die Angeklagten wurden während der Verhöre starkem physischen und psychischen Druck ausgesetzt, um erzwungene Geständnisse zu erlangen, und ihnen wurde der Zugang zu rechtlichem Beistand sowie zu einem fairen Verfahren verweigert.