Akute Hinrichtungsgefahr: Kurdischer Gefangener näht sich Augen und Lippen zu

13:46 - 19 April 2019


Hengaw: Ein kurdischer Gefangener aus Meriwan, der zum Tode verurteilt wurde und sich in akuter Hinrichtungsgefahr befindet, hat sich aus Protest die Augen und Lippen zugenäht.

Laut der Meldung, die die Menschenrechtsorganisation Hengaw erreicht hat, befindet sich der kurdische Gefangene Ahmad Erani in akuter Hinrichtungsgefahr. Seine Todesstrafe könnte in den nächsten Tagen im Gefängnis der Stadt Sine vollstreckt werden. Der aus Meriwan stammende kurdische Bürger wurde im Jahre 2011 mit dem Vorwurf des Totschlags zum Tode verurteilt. Die Tat soll sich während einer öffentlichen Streiterei ereignet haben.

Einer Quelle zufolge habe sich der Gefangene, nachdem er erfahren habe, dass seine Hinrichtung demnächst vollstreckt wird, aus Protest seine Augen und Lippen zugenäht.
Die Familie des Verurteilten versammelte sich am vergangenen Sonntag gemeinsam mit Zivilaktivisten und bat die Familie des Opfers darum, Ahmad Erani zu begnadigen. Laut islamischen Gesetzen können Familienmitglieder der Opfer die zum Tode verurteilten Mörder begnadigen, auch kurz vor der Hinrichtung. Im Gegenzug wird der Opferfamilie ein sogenanntes Blutgeld bezahlt.