Mindestens 45 Todesopfer seit Beginn der Proteste in Kurdistan-Iran

17:57 - 20 November 2019


Hengaw: Am Wochenende sind während der Proteste in den kurdischen Regionen des Iran mindestens 45 Bürger getötet und mehr als 500 Bürger verletzt worden.


Seit Freitag, den 15. November kommt es im gesamten Iran zu starken Protesten. Auslöser dafür war die Erhöhung der Benzinpreise und die allgemein wirtschaftlich schlechte Lage. Aus diesen Protesten haben sich nun antiregime Proteste entwickelt. Videos zeigen Straßenblockaden, brennende Regierungsgebäude und große Menschenmassen, die „Nieder mit Khamenei“ rufen. Iranische Sicherheitskräfte gehen gewaltsam gegen die Protestierenden vor und schießen gezielt in Menschenmengen. Nach Angaben von Amnesty Intetnational sind mindestens 106 Menschen getötet worden.

Unter Berufung auf die registrierte Statistik der Menschenrechtsorganisation Hengaw, sind in den kurdischen Regionen mindestens 45 Demonstranten getötet und mehr als 500 verletzt worden.

Hengaw konnte bisher die Identitäten von 20 getöteten Demonstranten ermitteln:
Jawanrud, Provinz Kermashan: 15 Tote
Namen: Kawa Mohammadi, Hamzs Neghdi, Ibrahim Moradi, Aziz, Mubin Abdollahi, Djebar Tajare und Yunis Hoshengi
Meriwan, Provinz Sine/Kordestan: 8 Tote
Namen: Osman Naderi, Mehran Tak, Shaho Welidi, Behruz Meleki, Idris Bawara und Danial Ostewari
Stadt Kermashan: 15 Tote
Namen: Mohammad Mirzayi, Nidet Bayranwend und Mezafer Zafiri
Bokan, Provinz West-Aserbaidschan: 6 Tote
Namen: Hiwa, Odris und Shelair Dadwend
Saqqez, Provinz West-Aserbaidschan: Eine Tote
Name: Mina Shekhi
Sine, Provinz Kordestan: Eine Tote (minderjährig)
Über 500 Menschen wurden während der Proteste verletzt, lassen sich aber aus Angst vor eine Festnahme in den Krankenhäusern nicht behandeln. Mehr als 300 kurdische Demonstranten sind bisher festgenommen worden.