Drei Bahá’í-Frauen in Kerman inhaftiert, um Haftstrafen zu verbüßen
Hengaw – Dienstag, 28. April 2026
Die iranischen Behörden haben drei Bahá’í-Frauen – Boshra Mostafavi, Nahid Naeimi und Didar Ahmadi – aus Rafsanjan festgenommen, um ihre Haftstrafen anzutreten, und sie in das Zentralgefängnis von Kerman überstellt.
Nach Informationen der Hengaw-Organisation für Menschenrechte wurden die drei Frauen am Samstag, dem 25. April 2026, zur Vollstreckungsstelle vorgeladen und anschließend in Gewahrsam genommen, um jeweils viermonatige Haftstrafen zu verbüßen.
Zuvor waren sie von der Abteilung 7 des Berufungsgerichts der Provinz Kerman jeweils zu vier Monaten Gefängnis verurteilt worden, unter dem Vorwurf der „Propaganda gegen den Staat“.
Die Abteilung 3 des Strafgerichts in Rafsanjan hatte sie zuvor mangels Beweisen freigesprochen, doch dieses Urteil wurde nach einer Berufung durch den Staatsanwalt von Rafsanjan aufgehoben.
Quellen berichteten Hengaw, dass der vorsitzende Richter während des Berufungsverfahrens diskriminierende Äußerungen machte. Er sagte zu den Frauen: „Ihr seid Bahá’í, und in einem islamischen Land müsst ihr den Preis dafür zahlen, Bahá’í zu sein.“ Diese Aussagen deuten darauf hin, dass die Urteile eher auf religiösen Überzeugungen als auf rechtlichen Beweisen basierten.
Hengaw verurteilt die Festnahme und Inhaftierung der drei Frauen und betont, dass dieser Fall ein klares Beispiel für religiöse Verfolgung und die systematische Unterdrückung religiöser Minderheiten im Iran ist. Die Verweigerung grundlegender Rechte aufgrund des Glaubens verstößt gegen die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte sowie den Internationalen Pakt über bürgerliche und politische Rechte.