Kurdischer politischer Gefangener Vahid Chavaran in Zahedan Gefängnis ohne medizinische Versorgung und Familienbesuche
Hengaw – Sonntag, 3. Mai 2026
Vahid Chavaran, ein kurdischer politischer Gefangener aus Abdanan in der Provinz Ilam, der eine 12-jährige Verbannungsstrafe im Zentralgefängnis von Zahedan verbüßt, wird trotz einer schweren Augenerkrankung dringend benötigte medizinische Behandlung sowie Familienbesuche verweigert.
Nach Informationen der Hengaw-Organisation für Menschenrechte leidet Chavaran an einer akuten Augenkrankheit und ist ernsthaft vom Verlust seines Sehvermögens bedroht, da die Gefängnisbehörden eine Verlegung in externe medizinische Einrichtungen verweigern.
Ärzte hatten zuvor die dringende Notwendigkeit einer spezialisierten Behandlung betont, jedoch wurden bislang keine Maßnahmen ergriffen.
Eine dem Fall nahestehende Quelle erklärte, dass Chavaran neben der verweigerten medizinischen Versorgung auch keine Familienbesuche erhalten darf.
Die große Entfernung zwischen Ilam und Zahedan sowie Behinderungen durch Gefängnisbehörden haben persönlichen Kontakt zwischen Chavaran und seiner Familie faktisch unmöglich gemacht.
Chavaran wurde am 4. Mai 2025 vom Zentralgefängnis Ilam in das Zentralgefängnis Zahedan verlegt, um dort seine 12-jährige Haft im inneren Exil anzutreten.
Er war im Januar 2024 von der ersten Kammer des Revolutionsgerichts in Ilam unter anderem wegen „Beteiligung an Moharebeh“, „Störung der öffentlichen Ordnung“ und „Beleidigung des Obersten Führers“ verurteilt worden.
Festgenommen wurde er am 23. Juni 2023 beim Versuch, das Grenzgebiet zu verlassen. Anschließend wurde er von einem Haftzentrum des Geheimdienstministeriums in Ilam in das Zentralgefängnis Ilam überstellt.
Angesichts des Gesundheitszustands von Vahid Chavaran äußert die Hengaw-Organisation große Besorgnis und bewertet die Verweigerung medizinischer Versorgung als klares Beispiel von Folter. Die Organisation fordert ein Ende der rechtswidrigen Einschränkungen, seine sofortige Verlegung in ein Krankenhaus sowie die Ermöglichung von Familienbesuchen.