2021: Kolbar - Ein statistischer Bericht

2021: Kolbar - Ein statistischer Bericht

23:20 - 5 February 2022

 

Hengaw: Im Jahre 2021 fielen mindestens 215 Kolbar in den Grenzregionen iranisch Kurdistans den Gefahren, die mit ihrer Arbeit verbunden sind, zum Opfer. Dazu zählen bewaffnete Angriffe auf Kolbar durch mehrheitlich iranische Grenzsoldaten, natürliche Gefahren wie ungesicherte Gebirgswege oder verbliebene Antipersonenminen in den Grenzregionen.

Unter Berufung auf die registrierte Statistik der Menschenrechtsorganisation Hengaw, kamen im Jahre 2021 mindestens 52 Kolbar in den Grenzregionen iranisch Kurdistans ums Leben und 163 Kolbar wurden verletzt. 140 Kolbar und damit die Mehrheit wurden infolge bewaffneter Angriffe durch iranische Grenzsoldaten, in einigen Fällen auch durch türkische oder irakische Grenzsoldaten, verletzt bzw. getötet. 34 weitere Kolbar verletzten sich oder starben durch natürliche Gefahren wie starker Schneefall und Kälte oder Stürze in die Tiefe auf den ungesicherten Gebirgspfaden.

 

Gründe für Todesfälle bzw. Verletzungen
Direkte Schüsse von Grenzsoldaten: 65 % 140 Fälle (28 Getötete, 112 Verletzte)
Natürliche Gefahren: 16 % 34 Fälle (17 Tote, 17 Verletzte)
Explosion von Antipersonenminen: 1,3 % 3 Fälle (3 Verletzte)
Unfälle im Straßenverkehr: 10,7 % 23 Fälle (5 Tote, 18 Verletzte)
Körperliche Gewalt durch Grenzsoldaten: 7 % 15 Fälle (32 Tote, 12 Verletzte)

 

 Nach Provinzen
Provinz West-Aserbaidschan: 50 Fälle (24 Tote, 26 Verletzte)
Provinz Kurdistan:
107 Fälle (22 Tote, 85 Verletzte) Provinz
Kermanshah: 58 Fälle (6 Tote, 52 Verletzte)


Minderjährige Kolbar

Unter Berufung auf die registrierte Statistik der Menschenrechtsorganisation Hengaw, wurden im Jahre 2021 mindestens drei minderjährige Kolbar von türkischen Grenzsoldaten unter Beschuss genommen, zwei minderjährige Kolbar stürzten ungesicherte Gebirgswege herunter und einer fiel der Explosion einer Antipersonenmine zum Opfer.


Tötung / Verletzung durch bewaffnete irakische und türkische Grenzsoldaten

Unter Berufung auf die registrierte Statistik der Menschenrechtsorganisation Hengaw, wurden im Jahre 2021 mindestens neun Kolbar, darunter drei minderjährige Kolbar, von irakischen und türkischen Grenzsoldaten unter Beschuss genommen. Vier Kolbar wurden bei den bewaffneten Angriffen getötet und zwei wurden verletzt.

 

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