Kurdischer Bürger während des Schreibens von Parolen erschossen

Kurdischer Bürger während des Schreibens von Parolen erschossen

23:28 - 13 November 2022

 

Hengaw: Sonntag, 13. November 2022

Ardalan Ghasemi, ein kurdischer Bürger aus Gilan-e Gharb, wurde durch direkte Schüsse iranischer Regimekräfte erschossen, als er auf dem Taq-e Bostan Boulevard in Kermanshah regierungsfeindliche Parolen niederschrieb.

Laut dem Bericht, welcher der Menschenrechtsorganisation Hengaw vorliegt, wurde der 44-jährige Ardalan Ghasemi aus Gilan-e Gharb, Kermanshah, am Abend des 10. Novembers 2022 zusammen mit seinem Freund in einer Straße in Kermanshah unter Beschuss genommen, als er Parolen niederschrieb. Der Bürger wurde einem Familienmitglied zufolge mit zwei Kugeln in der Taille getroffen. Der Freund von Ardalan Ghasemi ist ebenfalls schwer verletzt worden und wird nun im Krankenhaus von Taleghani medizinisch versorgt.

Laut einem Verwandten von Ghasemi beriefen die Sicherheitsbehörden des Regimes Ghasemis Familie am 11. November 2022 nach Kermanshah ein und brachten sie in das medizinische Zentrum in welchem Ardalans Freund untergebracht wurde. Dieser habe der Familie zufolge „seltsamen Aussagen" gemacht: "Wir stiegen in ein Auto, das mit Waffen beladen war, um diese an die Demonstranten zu liefern und die Sicherheitskräfte nahmen unser Auto unter Beschuss und Ardalan wurde dabei getötet."

Ardalans Bruder gab gegenüber Hengaw an: „Die Sicherheitsbehörden forderten zuerst 400 Millionen Toman (ungefähr 9000 €) in Bar, um den Leichnam meines Bruders zu übergeben, aber später sagten sie, wenn wir schweigen und als Grund für seinen Tod angeben, dass sie eine Waffe fürs Randalieren mit sich trugen, würden sie den Leichnam für nur 16 Millionen Toman übergeben.“ Ihm zufolge wurde der Leichnam seines Bruders Ardalan am 12. November 2022 an seine Familie übergeben und es wurde eine schriftliche Zusage von ihnen eingeholt, dass sie Ardalans älteren Bruder verhaften werden, wenn sie diese Nachricht an die Medien weiterleiten.

Ardalan Ghasemis Leiche wurde am Samstag unter strengen Sicherheitsmaßnahmen in seiner Heimatstadt auf dem Taghil-Friedhof beigesetzt. Der 44-jährige Ardalan Ghasemi arbeitete für eine Tourismusbehörde.