Café-Kette von Voria Ghafouri wegen Unterstützung eines landesweiten Generalstreiks in Kurdistan versiegelt

12 Januar 2026 01:07

Hengaw – Sonntag, 11. Januar 2026

Die Café-Kette des ehemaligen iranischen Nationalspielers und derzeitigen Mitglieds des Trainerstabs von Esteghlal FC, Voria Ghafouri, wurde in Teheran versiegelt, weil sie den jüngsten landesweiten Generalstreik in Kurdistan unterstützt hatte.

Nach Informationen der Menschenrechtsorganisation Hengaw gab das Medienzentrum der iranischen Justiz am Samstag, dem 10. Januar 2026, bekannt, dass alle Ghafouri gehörenden Cafés in Teheran geschlossen wurden.

Die Maßnahme erfolgte auf Anordnung der Staatsanwaltschaft Teheran. Demnach bleiben Ghafouris Cafés für einen Zeitraum von zwei Monaten geschlossen.

Der Aufruf zu einem landesweiten Generalstreik in Kurdistan wurde am Dienstag, dem 6. Januar 2026, von sieben kurdischen politischen Parteien und zivilgesellschaftlichen Organisationen veröffentlicht. Ziel war die Unterstützung der Bevölkerung in Ilam, Kermanshah (Kermashan) und Lorestan sowie die Solidarität mit den anhaltenden Protesten. Der Streik wurde zwei Tage später umgesetzt. Hengaw hatte zuvor berichtet, dass es in mindestens 39 Städten zu umfassenden Streikaktionen kam.

Bereits zuvor hatten iranische Behörden Ghafouris Geschäftsräume in Teheran unter Druck gesetzt und eingeschüchtert. Informierten Quellen zufolge wurden dabei Mitarbeitende und Gäste angegriffen.

In den vergangenen Jahren war Voria Ghafouri aufgrund seiner öffentlichen Unterstützung für den Zugang von Frauen zu Stadien, der Bewegung „Frau, Leben, Freiheit“ sowie wegen seines allgemeinen zivilgesellschaftlichen Engagements kontinuierlichem Druck staatlicher Institutionen ausgesetzt. Obwohl er seit drei Jahren nicht mehr aktiv Profifußball spielt und derzeit dem Trainerstab von Esteghlal FC angehört, ist es ihm untersagt, auf der Trainerbank Platz zu nehmen.

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