11-jähriger Alireza Jafari an Kontrollpunkt getötet – im Zusammenhang mit Rekrutierung von Kindern durch die IRGC

30 März 2026 19:00

Hengaw – Montag, 30. März 2026

Der 11-jährige Alireza Jafari wurde an einem Kontrollpunkt in Teheran getötet, während Luftangriffe auf militärische Einrichtungen der Islamischen Republik Iran durch US-amerikanische und israelische Streitkräfte stattfanden. Sein Tod folgt auf frühere Warnungen der Hengaw Organization for Human Rights über Aufrufe der Iranischen Revolutionsgarde (IRGC), Kinder für militärische und sicherheitsbezogene Aufgaben zu rekrutieren.

Nach Angaben von Hengaw wurde Jafari, ein Schüler der fünften Klasse, in den vergangenen Tagen getötet, als er sich an einem Kontrollpunkt in Teheran befand.

In einem Interview mit der staatsnahen Zeitung Hamshahri erklärte die Mutter des Kindes, dass er wegen eines „Personalmangels“ von seinem Vater zum Kontrollpunkt mitgenommen worden sei. Dort wurde er bei einem Drohnenangriff getötet.

Auch die Basij-Lehrerorganisation bestätigte, dass der 11-Jährige „im Einsatz“ an einem Kontrollpunkt auf der Artesh-Autobahn durch einen Drohnenangriff ums Leben kam.

Sein Tod folgt auf jüngste Aussagen von Rahim Nadali, dem Kultur- und Kunststellvertreter des IRGC-Korps Mohammad Rasoulollah in Teheran. Er kündigte eine Kampagne mit dem Titel „Verteidiger der Heimat – Kämpfer für Iran“ an. Darin wurde ausdrücklich erklärt, dass sich Bürger ab 12 Jahren für „operative, unterstützende, logistische Aufgaben und Kontrollpunkt-Patrouillen“ registrieren können.

Hengaw bezeichnete diese Initiative der IRGC als ein „systematisches Verbrechen gegen Kinder“ und warnte, dass eine solche Rekrutierung eine klare Verletzung der Kinderrechte darstellt und Minderjährige für militärische Zwecke missbraucht werden.

Als Reaktion auf den Tod des Kindes fordert die Hengaw Organization for Human Rights erneut internationale Organisationen, darunter die Vereinten Nationen und UNICEF, auf, den rechtlichen und diplomatischen Druck zu erhöhen, um diese Praxis zu stoppen und den Einsatz von Kindern in militärischen Rollen zu verhindern.

Nach den Genfer Konventionen und ihren Zusatzprotokollen gelten Kinder als Zivilpersonen mit besonderem Schutz, und ihr Einsatz in bewaffneten Konflikten ist verboten.

Darüber hinaus stellt nach dem Römischen Statut des Internationalen Strafgerichtshofs die Rekrutierung oder der Einsatz von Kindern unter 15 Jahren in Streitkräften oder Kampfhandlungen ein Kriegsverbrechen dar.

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