Iran richtet zwei politische Gefangene heimlich hin; weitere Todeskandidaten in Gefahr

30 März 2026 19:12

Hengaw – Montag, 30. März 2026

Die iranischen Behörden haben zwei politische Gefangene heimlich hingerichtet: Akbar Daneshvarkar aus Teheran und Seyed Mohammad Taghavi Sangdehi aus Amol. Die Hinrichtungen fanden im Ghezel-Hesar-Gefängnis in Karadsch statt. Mit diesen Fällen wurden seit Beginn des Krieges zwischen den USA, Israel und dem Iran mindestens sechs politische Gefangene in iranischen Gefängnissen hingerichtet.

Nach Informationen der Hengaw Organization for Human Rights wurden die Hinrichtungen in den frühen Morgenstunden des Montags, dem 30. März 2026, im Ghezel-Hesar-Gefängnis vollstreckt – ohne vorherige Benachrichtigung der Familien. Daneshvarkar (60) und Taghavi Sangdehi (59) waren bereits im Jahr 2024 von Abteilung 26 des Revolutionsgerichts in Teheran unter dem Vorsitz von Richter Iman Afshari wegen „Baghi“ (bewaffneter Aufstand) zum Tode verurteilt worden. Grundlage war eine angebliche Mitgliedschaft in der Volksmojahedin-Organisation Iran (MEK).

Die der Justiz nahestehende Nachrichtenagentur Mizan bestätigte die Hinrichtungen offiziell und erhob schwere Vorwürfe gegen die beiden Männer, darunter „direkte Beteiligung an terroristischen Aktivitäten“, „Herstellung von Abschussvorrichtungen für Sprengstoffe“, „Gründung illegaler Gruppen“ sowie „Kontakt zu Oppositionsnetzwerken zur Untergrabung der nationalen Sicherheit“. Laut Berichten von Hengaw sollen diese Anschuldigungen jedoch unter starkem Verhördruck und ohne faire Gerichtsverfahren zustande gekommen sein.

Daneshvarkar, geboren im September 1966, war verheiratet und Vater eines 12-jährigen Sohnes. Er war ein entlassener Bauingenieur und arbeitete vor seiner Festnahme am 3. Januar 2024 als Motorradkurier in Teheran.

Taghavi Sangdehi, ursprünglich aus Amol, war Absolvent der Grafikdesign-Fakultät der Universität Teheran. Er hatte bereits in den 1980er Jahren politische Aktivitäten entfaltet und in den letzten Jahren drei Jahre im Gefängnis verbracht. Im März 2024 wurde er erneut festgenommen – nur ein Jahr nach seiner Freilassung.

Die geheime Hinrichtung dieser beiden Gefangenen erfolgt, während vier weitere Mitangeklagte im selben Fall – Pouya Ghobadi Bistouni, Vahid Baniamerian, Babak Alipour und Seyed Abolhassan Montazer – ebenfalls mit Todesurteilen aus dem Jahr 2024 konfrontiert sind. Zwei weitere Angeklagte, Seyed Mojtaba Taghavi Sangdehi und Seyed Ali Taghavi Sangdehi, wurden zu Haftstrafen sowie zur internen Verbannung nach Khash verurteilt.

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