Mahboubeh Shabani, während der jüngsten Proteste festgenommen, in Maschhad von Hinrichtung bedroht
Hengaw – MIttwoch, 8. April 2026
Mahboubeh Shabani, eine 30-jährige Frau, die während der jüngsten Proteste festgenommen wurde, wird derzeit im Vakilabad-Gefängnis in Maschhad festgehalten und sieht sich dem Vorwurf des „Kriegs gegen Gott“ (Moharebeh) gegenüber, was sie dem Risiko einer Todesstrafe aussetzt.
Nach Informationen der Hengaw-Organisation für Menschenrechte wurde sie am 2. Februar 2026 gegen 20:00 Uhr außerhalb eines Sportclubs am Azadi-Platz in Maschhad von iranischen Behörden festgenommen. Informierte Quellen berichten, dass die Festnahme mit erheblicher Gewalt durch fünf männliche und eine weibliche Einsatzkraft durchgeführt wurde. Ihr Motorrad wurde ebenfalls beschlagnahmt.
Mahboubeh Shabani wird beschuldigt, während der Demonstrationen am 7. und 8. Januar 2026 in Maschhad verletzten Protestierenden geholfen zu haben, indem sie diese mit ihrem Motorrad in medizinische Zentren und Krankenhäuser transportierte, wie informierte Quellen Hengaw mitteilten. Iranische Justizbehörden haben diese Handlungen als Grundlage für den Vorwurf des „Kriegs gegen Gott“ herangezogen – eine Anschuldigung, die mit der Todesstrafe geahndet werden kann.
Sie wird derzeit in Abteilung 6, der Frauenabteilung des Vakilabad-Gefängnisses in Maschhad, festgehalten. Ihre Situation hat unter Menschenrechtsorganisationen große Besorgnis ausgelöst, insbesondere aufgrund des fehlenden familiären Rückhalts, da beide Eltern verstorben sind, sowie des anhaltenden Drucks durch staatliche Institutionen.
Hengaw äußerte große Besorgnis über das Risiko einer Todesstrafe in diesem Fall. Die Organisation betont, dass die ihr zugeschriebenen Handlungen – darunter die Hilfe für Verletzte – nach internationalen Menschenrechtsstandards als humanitäre Taten gelten. Die Kriminalisierung solcher Handlungen unter dem Vorwurf des „Kriegs gegen Gott“ entbehrt jeder rechtlichen Grundlage.
Die Organisation warnt außerdem, dass das beschleunigte Tempo von Gerichtsverfahren und Hinrichtungen einiger Festgenommener der jüngsten Proteste – insbesondere im Kontext des andauernden Krieges zwischen Iran, Israel und den Vereinigten Staaten – das Risiko außergerichtlicher Hinrichtungen erhöht hat.
Hengaw hatte zuvor in Untersuchungsberichten vor der Einrichtung sogenannter „Feldgerichte“ im Iran nach den jüngsten Protesten gewarnt.