Hengaw warnt vor unmittelbar bevorstehender Hinrichtung von Erfan Soltani nur wenige Tage nach dessen Verhaftung
Hengaw – Dienstag, 13. Januar 2026
Erfan Soltani, ein Einwohner von Fardis, Karaj, der während der jüngsten Proteste in der Stadt verhaftet wurde, steht nach einem rasanten und intransparenten Gerichtsverfahren kurz vor der Hinrichtung. Seine Familie erfuhr erst wenige Tage nach seiner Verhaftung, dass die Hinrichtung für diesen Mittwoch angesetzt ist.
Laut Berichten der Menschenrechtsorganisation Hengaw ist der 26-jährige Erfan Soltani, der im Zusammenhang mit den anhaltenden Protesten festgenommen wurde, unmittelbar von der Hinrichtung bedroht. Seiner Familie wurde jeglicher Zugang zu Informationen über die Anklagepunkte, die Akte oder das Gerichtsverfahren verweigert.
Eine Quelle aus dem Umfeld der Familie Soltani teilte Hengaw mit, dass die Behörden ihnen mitgeteilt hätten, das Todesurteil sei rechtskräftig und werde am Mittwoch vollstreckt. Der Familie sei angeblich nur ein kurzer letzter Besuch vor der Hinrichtung gestattet worden.
Die Quelle fügte hinzu, dass Erfan Soltanis Schwester, eine zugelassene Anwältin, versucht habe, den Fall auf dem Rechtsweg weiterzuverfolgen, die Behörden ihr jedoch bisher den Zugang zur Akte verweigert hätten.
Seit seiner Verhaftung werden Erfan Soltani seiner grundlegendsten Rechte beraubt, darunter der Zugang zu einem Rechtsbeistand, das Recht auf Verteidigung und andere fundamentale Garantien eines fairen Verfahrens. Seine Familie wird zudem bewusst über den Stand des Gerichtsverfahrens im Unklaren gelassen.
Erfan Soltani wurde am Donnerstag, dem 8. Januar 2026, im Zusammenhang mit Protesten in Fardis, Karaj, in seiner Privatwohnung verhaftet. Die verhaftende Behörde wurde nicht offiziell benannt. Nur vier Tage nach seiner Verhaftung wurde die Familie darüber informiert, dass seine Hinrichtung angesetzt sei.
Dieser Fall stellt einen klaren Verstoß gegen internationales Menschenrechtsrecht dar, insbesondere gegen den Internationalen Pakt über bürgerliche und politische Rechte, vor allem gegen Artikel 6 zum Recht auf Leben. Die Verhängung und geplante Vollstreckung eines Todesurteils unter Bedingungen, in denen dem Angeklagten der Zugang zu einem Anwalt, einer wirksamen Verteidigung und einem unabhängigen und unparteiischen Verfahren verweigert wurde, stellt eine außergerichtliche Hinrichtung dar. Die überstürzte und intransparente Bearbeitung dieses Falls hat die Besorgnis über den Einsatz der Todesstrafe als Mittel zur Unterdrückung öffentlicher Proteste verstärkt.
Die Menschenrechtsorganisation Hengaw betont die unmittelbare Gefahr der Hinrichtung von Erfan Soltani sowie die beschleunigte und undurchsichtige Natur des Verfahrens und äußert sich zutiefst besorgt über die zunehmende Anwendung von Schnellverfahren und Hinrichtungen gegen Inhaftierte im Zusammenhang mit den jüngsten Protesten. Hengaw fordert internationale Menschenrechtsorganisationen und informierte Akteure dringend auf, unverzüglich Maßnahmen zu ergreifen, um die Hinrichtung zu stoppen und eine unabhängige und unparteiische Überprüfung des Gerichtsverfahrens in diesem Fall zu fordern.