Drei Demonstranten heimlich im Gefängnis von Qom hingerichtet

20 März 2026 18:50

Hengaw – Freitag, 20. März 2026

Die iranische Justiz hat die geheime Hinrichtung von drei Gefangenen vollstreckt, die während der Proteste im Dezember 2025 festgenommen wurden. Es handelt sich um Saleh Mohammadi, Mehdi Ghasemi und Saeed Davoudi. Die Hinrichtungen fanden im Zentralgefängnis von Qom statt. Grundlage waren Anklagen wegen „Moharebeh“ („Krieg gegen Gott führen“), basierend auf unter Folter erzwungenen Geständnissen.

Nach Informationen der Hengaw-Organisation für Menschenrechte wurden die Hinrichtungen im Morgengrauen des Donnerstags, 19. März 2026, durchgeführt. Saleh Mohammadi (19), Mitglied der iranischen Nationalmannschaft im Ringen, sowie Mehdi Ghasemi und Saeed Davoudi waren zuvor zum Tode verurteilt worden. Die Anklagen umfassten unter anderem Moharebeh sowie die angebliche Tötung von zwei Beamten der Streitkräfte (Faraja).

Justiznahe Medien berichteten, dass die drei Männer wegen Beteiligung an der Tötung von Mohammad Ghasemi Hamapour und Abbas Asadi, beide als Faraja-Angehörige identifiziert, verurteilt wurden. Die Vorfälle sollen sich während Protesten am 8. Januar 2026 an der Nokouei-Kreuzung und am Nobovat-Platz ereignet haben.

Saleh Mohammadi wies die Vorwürfe während des Gerichtsverfahrens wiederholt zurück und erklärte, seine Geständnisse seien unter schwerer Folter erzwungen worden. Trotz fehlender Beweise, die ihn am Tatort zeigen – darunter Videoaufnahmen, die seine Anwesenheit nicht bestätigen, sowie Zeugenaussagen seiner Familie – wies das Gericht entlastende Beweise zurück und bestätigte das Todesurteil.

Hengaw warnt, dass die iranischen Behörden angesichts wachsender militärischer, politischer und internationaler Spannungen offenbar die Anwendung der Todesstrafe gegen politische Gefangene und Demonstranten verstärken. Die Urteile seien nach grob unfairen Verfahren gefällt worden, die durch verweigerten Zugang zu unabhängigen Anwälten und die Nutzung erzwungener Geständnisse geprägt waren.

Hengaw verurteilt die Hinrichtungen aufs Schärfste und fordert internationale Organisationen sowie Menschenrechtsinstitutionen auf, umgehend konkrete Maßnahmen zu ergreifen, um die Anwendung der Todesstrafe im Iran zu stoppen und das umfassendere Muster der Repression zu bekämpfen.

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