Iran bestätigt erneut Todesurteil gegen politischen Gefangenen Naser Bakrzadeh – akute Hinrichtungsgefahr

28 April 2026 22:04

Hengaw – Dienstag, 28. April 2026

Der politische Gefangene Naser Bakrzadeh befindet sich in unmittelbarer Hinrichtungsgefahr, nachdem der Oberste Gerichtshof Irans sein Todesurteil in einem beschleunigten Verfahren zum dritten Mal bestätigt hat. Bakrzadeh, ein kurdischer Gefangener im Zentralgefängnis von Urmia, wurde nach der offiziellen Zustellung des Urteils schwer geschlagen.

Nach Informationen der Hengaw-Organisation für Menschenrechte wurde Bakrzadeh am Samstag, dem 25. April 2026, in die Abteilung zur Vollstreckung von Strafen des Gefängnisses vorgeladen und dort offiziell über das endgültige Todesurteil der Abteilung 39 des Obersten Gerichtshofs informiert. Zuvor war er von der Abteilung 2 des Revolutionsgerichts in Urmia wegen „Spionage für Israel“ zum Tode verurteilt worden.

Quellen aus dem Gefängnis berichteten, dass der zuständige Vollstreckungsbeamte Bakrzadeh während der Zustellung des Urteils mit der sofortigen Umsetzung der Hinrichtung drohte. Nachdem dieser gegen die Drohungen und die aus seiner Sicht ungerechte Behandlung protestierte, wurde er von demselben Beamten beleidigt und schwer geschlagen.

Der Oberste Gerichtshof bestätigte das Urteil nur zehn Tage nach erneuter Vorlage des Falls, obwohl er zuvor das gleiche Urteil zweimal wegen rechtlicher Mängel und unzureichender Beweise aufgehoben hatte. Der Anwalt Seydad Shirzad erklärte zuvor, dass das Revolutionsgericht in Urmia das Todesurteil erneut verhängt habe, ohne die vom Obersten Gerichtshof festgestellten rechtlichen Probleme zu berücksichtigen.

Naser Bakrzadeh, 26 Jahre alt und aus Urmia, wurde erstmals am 9. August 2023 festgenommen und später wieder freigelassen. Am 2. Januar 2024 wurde er erneut von der Geheimdienstorganisation der Revolutionsgarde (IRGC) festgenommen und in das Untersuchungszentrum Al-Mahdi gebracht, wo er laut Angaben unter Druck und Folter gesetzt wurde, um erzwungene Geständnisse zu erlangen. Während der Verhöre wurde ihm der Zugang zu einem Anwalt verweigert und er durfte seine Familie nicht sehen.

Bakrzadeh war zuvor von der Abteilung 2 des Revolutionsgerichts in Urmia unter dem Vorsitz von Richter Shahini wegen „Spionage für Israel“ zum Tode verurteilt worden. Dieses Urteil wurde vom Obersten Gerichtshof aufgehoben und an eine andere Abteilung des Revolutionsgerichts zurückverwiesen.

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