Hengaw warnt vor kritischem Gesundheitszustand von Narges Mohammadi und anderen politischen Gefangenen

19 April 2026 13:51

Hengaw — Sonntag, 19. April 2026

Die Hengaw-Organisation für Menschenrechte hat ihre tiefe Besorgnis über den sich verschlechternden Gesundheitszustand von Narges Mohammadi, Menschenrechtsaktivistin und Friedensnobelpreisträgerin, zum Ausdruck gebracht. Sie warnt, dass die fortgesetzte Verweigerung des Zugangs zu spezialisierter medizinischer Versorgung ihr Leben ernsthaft gefährdet.

Nach Informationen von Hengaw hat sich ihr Zustand infolge von Herzkomplikationen und der Verschlechterung bestehender Erkrankungen auf ein kritisches Stadium zugespitzt. Trotz der Dringlichkeit verweigern die Behörden ihre Verlegung in entsprechend ausgestattete medizinische Einrichtungen und den Zugang zu einem Arzt ihres Vertrauens. Dies stellt einen klaren Fall gezielter Vorenthaltung medizinischer Versorgung und eine schwerwiegende Verletzung grundlegender Rechte von Gefangenen dar.

Mohammadi wurde am 12. Dezember 2025 während der Teilnahme an einer Gedenkveranstaltung für Khosrow Alikurdi in Mashhad festgenommen, einem Anwalt, der unter verdächtigen Umständen in Haft gestorben war. Später wurde sie zu sieben Jahren und sechs Monaten Haft sowie zu zwei Jahren interner Verbannung verurteilt. Derzeit wird sie im Zentralgefängnis von Zanjan festgehalten.

Die Bedingungen für politische Gefangene im Iran haben sich nach den landesweiten Protesten im Januar sowie im Zuge jüngster politischer und militärischer Entwicklungen deutlich verschlechtert, darunter zunehmende Spannungen und Konflikte mit Israel und den Vereinigten Staaten. Ein stark sicherheitsgeprägtes Umfeld, verstärkter psychischer und physischer Druck auf Inhaftierte sowie strengere Einschränkungen des Kontakts zur Außenwelt spiegeln ein breiteres Muster verschärfter Repression wider, das durch die nahezu vollständige Einschränkung des Internetzugangs zusätzlich verstärkt wird.

Die massiven Internetbeschränkungen behindern nicht nur eine unabhängige Berichterstattung über die Lage in den Gefängnissen, sondern schaffen auch ein Umfeld, in dem Menschenrechtsverletzungen leichter unbemerkt eskalieren können. Unter solchen Umständen ist das Leben von Gefangenen, die dringend medizinische Hilfe benötigen, noch stärker gefährdet.

In den vergangenen Tagen hat auch die Narges-Stiftung vor der fortgesetzten Inhaftierung Mohammadis im Gefängnis von Zanjan gewarnt, ohne dass das Prinzip der Trennung nach Deliktarten eingehalten wird. Demnach werden viele politische Gefangene bewusst gemeinsam mit wegen Gewaltverbrechen Verurteilten untergebracht – eine Praxis, die weithin als Mittel angesehen wird, zusätzlichen Druck auf politische und ideologische Gefangene auszuüben.

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