Kurdistan im Generalstreik – Geschäfte und Märkte in 39 Städten geschlossen
Hengaw – Freitag, 9. Januar 2026
Der Aufruf zu einem Generalstreik in Kurdistan wurde am Donnerstag weithin befolgt. Berichten zufolge beteiligten sich Menschen in insgesamt 39 Städten. Gleichzeitig traten mehrere politische Gefangene aus Solidarität mit dem Streik in den Hungerstreik.
Nach Informationen der Menschenrechtsorganisation Hengaw beteiligten sich zahlreiche Städte der Provinz Kermanshah am landesweiten Kurdistan-Streik, darunter Sarpol-e Zahab, Ravansar, Kermanshah (Kermashan), Paveh, Shabad (Eslamabad-e Gharb), Qasr-e Shirin, Kuzaran, Gilan-e Gharb, Salas-e Babajani, Sahneh, Sonqor, Kerend-e Gharb und Javanrud.
Am selben Tag wurde auch in der Provinz Kurdistan (Sanandaj) eine breite Beteiligung gemeldet, darunter in Sanandaj (Sine), Divandarreh, Saqqez, Marivan, Baneh, Bijar, Kamyaran, Qorveh, Dehgolan (Dewlan) und Sarvabad (Sewlawah).
Darüber hinaus schlossen sich 15 weitere Städte dem Streik an, darunter Urmia, Dizaj (Deza u Margawr), Mahabad, Bukan, Sardasht, Piranshahr, Oshnavieh, Takab, Rabat, Qatur und Khoy sowie die Städte Ilam, Lumar, Abdanan, Dehloran und Darreh Shahr.
Nach Angaben von Hengaw versuchten staatliche Institutionen, den Streik durch Einschüchterung und Desinformation zu unterlaufen. Zu diesen Maßnahmen gehörten das Vorladen bekannter Geschäftsinhaber und zivilgesellschaftlicher Aktivisten, das unerlaubte Veröffentlichen von Flaggen der Islamischen Republik Iran und regierungsnahen ideologischen Parolen auf deren Social-Media-Konten, das Erstellen gefälschter Accounts in ihren Namen sowie die Veröffentlichung von Inhalten, die ihren tatsächlichen Ansichten widersprechen – als Teil einer koordinierten Rufmordkampagne.
Gleichzeitig traten mehrere kurdische politische Gefangene im Zentralgefängnis von Sanandaj aus Solidarität mit dem Generalstreik in den Hungerstreik. Zu den Beteiligten zählen Srveh Pourmohammadi, Mahmoud Sadeghi, Rafiq Salimi, Nader Bahmani, Youssef Ahmadi, Idris Manbari, Mohammad Rahimi, Faryad Ghaderi, Fardin Moloudi, Varisheh Moradi, Zeinab Jalalian, Sakineh Parvaneh und Matlab Ahmadian sowie Parisa Kamali, eine politische Gefangene aus Yazd.
Der Generalstreik wurde am Dienstag, dem 6. Januar 2026, von sieben kurdischen politischen Parteien und zivilgesellschaftlichen Organisationen ausgerufen – zur Unterstützung der Bewohner von Ilam, Kermanshah (Kermashan) und Lorestan sowie aus Solidarität mit den anhaltenden Protesten. Die Menschenrechtsorganisation Hengaw erklärte ihre Unterstützung für diese zivilgesellschaftliche Aktion ebenfalls offiziell in einer öffentlichen Stellungnahme.