Iran richtet belutschischen politischen Gefangenen Amer Ramesh in Zahedan hin – Vorwürfe von Geiseldruck auf Familie

28 April 2026 21:59

Hengaw – Dienstag, 28. April 2026

Die iranischen Behörden haben den belutschischen politischen Gefangenen Amer Ramesh im Zentralgefängnis von Zahedan hingerichtet, nachdem er 19 Monate in Haft gewesen war. Die Hinrichtung soll erfolgt sein, während Sicherheitsbehörden ihn als Druckmittel nutzten, um seine im Ausland lebende politisch aktive Familie zu beeinflussen.

Nach Informationen der Hengaw-Organisation für Menschenrechte wurde die Hinrichtung am frühen Sonntag, dem 26. April 2026, durchgeführt. Ramesh war zum Zeitpunkt seiner Festnahme im Oktober 2024 etwa 18 Jahre alt.

Justiznahe iranische Medien erklärten, er sei wegen „Aufruhr (Baghi)“, Mitgliedschaft in der Gruppe Jaish al-Adl sowie Verbindungen zum Netzwerk von Abdolghaffar Naqshbandi verurteilt worden.

Ramesh wurde am 3. Oktober 2024 bei einer großangelegten Razzia staatlicher Kräfte in einem Kräuterladen im Dorf Belingi nahe Chabahar festgenommen. Dabei wurden schwere Waffen eingesetzt, darunter auch halb schwere Waffen wie RPGs und Mörser.

Die Behörden teilten der Familie zunächst mit, er sei getötet worden, später stellte sich jedoch heraus, dass er verletzt festgenommen worden war.

Bei derselben Razzia wurden zwei junge Männer, Shahab Jadgan und Zaker Jadgal, getötet, während zwei weitere, Hamed Jadgal und Shoaib Dortaj, festgenommen wurden.

Staatsnahe Medien veröffentlichten zuvor ein Video von erzwungenen Geständnissen, in dem deutliche Spuren von Schlägen und starken Verletzungen im Gesicht von Amer zu sehen waren.

Alle gegen ihn erhobenen Vorwürfe basierten laut Quellen auf unter Folter erlangten Aussagen. Zudem wurde ihm während des gesamten Verfahrens der Zugang zu einem unabhängigen Anwalt und ein faires Verfahren verweigert.

Quellen berichteten Hengaw, dass Sicherheitsbehörden seine Freilassung an die Kooperation der Familie knüpften, etwa an die Auslieferung seines im Ausland lebenden Bruders oder an die Zusammenarbeit gegen oppositionelle Gruppen. Kurz vor der Hinrichtung sei die Familie gewarnt worden, dass Amer hingerichtet werde, falls sich sein Bruder nicht stelle.

Hengaw verurteilt die Hinrichtung von Amer Ramesh scharf und bezeichnet sie als schweres Verbrechen sowie als Missbrauch der Todesstrafe zur politischen Unterdrückung über die Landesgrenzen hinaus. Die Organisation fordert die internationale Gemeinschaft auf, sofort auf diese Praxis der Geiselnahme von Familien politischer Aktivisten zu reagieren.

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