Ilya Ben-Rashid seit fast 100 Tagen in rechtlicher Ungewissheit wegen „Moharebeh“-Vorwurf
Hengaw – Sonntag, 3. Mai 2026
Ilya Ben-Rashid, ein 22-jähriger Inhaftierter, der während der Proteste im Dezember 2025 (die sich bis Januar 2026 fortsetzten) in Shahin Shahr festgenommen wurde, befindet sich seit fast 100 Tagen in rechtlicher Ungewissheit im Dastgerd-Gefängnis in Isfahan. Gegen ihn wurde inzwischen der schwerwiegende Vorwurf der „Moharebeh“ (Krieg gegen Gott) erhoben.
Nach Angaben der Hengaw-Organisation für Menschenrechte fand Mitte April 2026 eine Anhörung zu den gegen ihn erhobenen Vorwürfen per Videokonferenz vor der fünften Kammer des Revolutionsgerichts in Isfahan statt. Während der Sitzung verteidigte sich Ben-Rashid gegen Anschuldigungen wie „Moharebeh durch Beteiligung an der Zerstörung öffentlichen Eigentums“, „Versammlung und Absprache zur Begehung von Straftaten gegen die nationale Sicherheit“ sowie „Propaganda gegen den Staat“.
Mit dem Fall vertraute Quellen berichten, dass ihm während seiner gesamten Haftzeit der Zugang zu einem Anwalt seiner Wahl verweigert wurde. Zudem lebte Ben-Rashid vor seiner Festnahme bei seinen älteren Großeltern, nachdem er seine Eltern verloren hatte. Aufgrund des Gesundheitszustands der Familie ist die Verfolgung seines Rechtsfalls äußerst schwierig geworden.
Ben-Rashid wurde am Donnerstag, den 22. Januar 2026, während öffentlicher Proteste in Shahin Shahr festgenommen. Zunächst wurde er der zweiten Abteilung der Staatsanwaltschaft und des Revolutionsgerichts der Stadt vorgeführt, wo formelle Anklagen erhoben wurden, bevor er anschließend in das Dastgerd-Gefängnis in Isfahan überstellt wurde.