Protesthäftling Benjamin Naqdi droht mögliches Todesurteil in Shiraz
Hengaw – Samstag, 11. April 2026
Iranische Streitkräfte könnten die Todesstrafe gegen den Protesthäftling Benjamin Naqdi beantragen, einen 26-jährigen Sportler, der im Adelabad-Gefängnis in Shiraz festgehalten wird.
Nach Informationen der Hengaw-Organisation für Menschenrechte wurde Naqdi, der während der Proteste im Januar 2026 festgenommen wurde, wegen „Kriegsführung gegen Gott“ (Moharebeh) angeklagt – ein Vorwurf, der nach iranischem Recht mit der Todesstrafe geahndet werden kann.
Er wird derzeit in Einzelhaft gehalten und erhält keinen Besuch von seiner Familie.
Naqdi wurde am 3. Januar 2026 während Protesten in Shiraz festgenommen und in der Haft unter Druck gesetzt sowie gefoltert, um erzwungene Geständnisse zu erhalten. Staatlich verbundene Medien veröffentlichten später ein Video, das als sein „Geständnis“ dargestellt wurde.
Die Streitkräfte beriefen sich auf dieses Video sowie auf seine angebliche Teilnahme an Protesten als Grundlage für die Anklage.
Seit seiner Festnahme wurde Naqdi der Zugang zu einem Anwalt und anderen grundlegenden Rechten verweigert, und seine Familie wurde nicht über den Stand des Verfahrens informiert.
Er ist ein bekannter Sportler im Kickboxen und Muay Thai und hat Titel bei offenen Wettbewerben gewonnen.
Der Fall steht im Zusammenhang mit einer breiteren Welle von Hinrichtungen. Seit Beginn des jüngsten Konflikts wurden im Iran mindestens 14 politische Gefangene hingerichtet, darunter sieben Inhaftierte aus den Dezemberprotesten.
Hengaw fordert internationale Organisationen auf, sofort Maßnahmen zu ergreifen, um die Verhängung und Vollstreckung eines Todesurteils im Fall Naqdi zu verhindern.