Hinrichtung eines ehemaligen Militärangehörigen wegen Spionage, während sich die Welle politischer Hinrichtungen fortsetzt
Hengaw – Freitag, 24. April 2026
Die Behörden der Islamischen Republik Iran haben den ehemaligen Militärangehörigen Mehdi Farid aus Arak wegen Spionage für Israel hingerichtet.
Nach Informationen der Menschenrechtsorganisation Hengaw wurde Farid, der zuvor als Leiter der Verwaltungsabteilung des „Komitees für passive Verteidigung“ innerhalb einer der sensiblen Institutionen des Landes gedient hatte, am frühen Mittwoch, dem 22. April 2026, an einem unbekannten Ort heimlich hingerichtet. Seine Inhaftierung war vor der Bekanntgabe seiner Hinrichtung nicht öffentlich gemeldet worden.
Die der iranischen Justiz nahestehende Nachrichtenagentur Mizan bestätigte die Hinrichtung, gab jedoch keine Details über den Ort seiner Inhaftierung oder den Ort der Vollstreckung bekannt.
Hengaw hat erfahren, dass Farid am 1. Juni 2024 verhaftet wurde. Später wurde er von der 26. Kammer des Revolutionsgerichts in Teheran zu 10 Jahren Haft verurteilt. Anschließend wurde er erneut vor Gericht gestellt und von der 23. Kammer des Revolutionsgerichts in Teheran wegen Spionage für Israel zum Tode verurteilt.
Medien, die der Justiz nahestehen, behaupteten, Farid sei vorgeworfen worden, mit dem israelischen Geheimdienst Mossad zusammengearbeitet und sensible Informationen weitergegeben zu haben, darunter Organigramme, Lagepläne von Einrichtungen, Sicherheitsvorkehrungen und die Identitäten von Mitarbeitern.
Hengaw verurteilt die Hinrichtung und betont, dass Farid, wie vielen Angeklagten im Iran, der Zugang zu einem unabhängigen Anwalt, ein öffentliches Verfahren und die Einhaltung der Standards eines fairen Verfahrens verwehrt wurden. Die Justiz stützt sich in solchen Fällen auf sogenannte „ausdrückliche Geständnisse“, obwohl diese Geständnisse oft durch psychische und physische Folter in geheimen Haftanstalten erzwungen werden, was sie rechtlich ungültig macht.
Hengaw warnt erneut davor, dass die Islamische Republik Iran Anschuldigungen wie „Spionage für das zionistische Regime“ systematisch als Instrument für interne Säuberungen, zur Verbreitung von Angst in der Gesellschaft und zur Rechtfertigung von Sicherheitsmaßnahmen einsetzt. Die mangelnde Transparenz in diesem Fall und die Vorenthaltung gerichtlicher Details vor der öffentlichen Kontrolle sind ein weiterer Beweis für den willkürlichen und politisch motivierten Charakter dieser Todesurteile.