2019: Mindestens 27 Zivilisten sind Antipersonenminen zum Opfer gefallen

22:28 - 11 January 2020


Hengaw: Minenfelder, die in den 80er Jahren während des Iran-Irak-Krieges angelegt wurden, fordern noch immer Menschenleben in den Gebirgsregionen iranisch Kurdistans.

Unter Berufung auf die registrierte Statistik der Menschenrechtsorganisation Hengaw, sind im Jahre 2019 mindestens 27 Zivilisten durch Explosionen von Antipersonenminen, die Überreste des Iran-Irak-Krieges sind, verletzt bzw. getötet worden.

Von den insgesamt 27 Zivilisten sind vier Personen getötet worden und 23 weitere wurden durch die Minenexplosionen schwer verletzt. Unter den Todesopfern befand sich auch eine Minderjährige.

Nach Provinzen:
Provinz Kordestan (Sine):
Ein Toter, 9 Verletzte
Provinz Ilam: 1 Toter, 6 Verletzte
Provinz West- Aserbaidschan (Urmia): 3 Verletzte
Provinz Kermanshah: 2 Tote, 5 Verletzte

Die meisten Opfer waren Kolber (Lastenträger), Hirten und andere Arbeiter.

Unter den Opfern waren auch sieben Soldaten, die mit der Räumung der Antipersonenminen beauftragt waren.

Antipersonenminen in Kurdistan
Seit dem Iran-Irak Krieg fallen immer wieder Menschen in Kurdistan Antipersonenminen zum Opfer. Laut den Angaben aus einer Statistik zu Minen im Iran, ist in den westlichen Grenzregionen, die sich von Urmia, Sanandaj bis hinunter nach Kermanshah, Ilam und die mehrheitlich von Arabern besiedelte Provinz Chuzestan erstrecken, eine Fläche in der Größe von 4.200.000 Hektar vermint. Schlussfolgernd ist hauptsächlich Kurdistan von diesen Landminen betroffen.

Insgesamt sollen sich bis zu 20 Millionen Minen in den Grenzregionen des Iran befinden, davon sind laut einer Statistik der Regierung 70 % in den kurdischen Regionen.

Die Islamische Republik Iran hat sich bis zum heutigen Tag geweigert, der Ottawa-Konvention beizutreten, einem Übereinkommen über das Verbot des Einsatzes, der Lagerung, der Herstellung und der Weitergabe von Antipersonenminen und lässt von der Produktion nicht ab. Mit dem Ziel, Peschmerga zu vertreiben, werden weiterhin Gebiete vermint und zahlreiche Zivilisten einer großen Gefahr ausgesetzt.

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